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Selbstversorger-Projekte wie zu (Ur-)Großelterns Zeiten... logo


Vorgeschichte

Wie alles anfing...
Der Grundstein der einfach-leben-Schule wurde vor ca. 50 Jahren gelegt...... Am Frühlingsanfang 1956 geboren verbrachte ich die ersten fünf prägenden Jahre meines Lebens mit meiner Familie in einem von 3 Häusern mit riesigem Garten und Hühnerhof inmitten der Auenlandschaft des Oberrheins. Der Ort Neuenburg lag mehrere Kilometer entfernt. Tägliches Pendeln zum Kindergarten war damals nicht möglich und so war die Natur, die ich mit einigen Nachbarskindern oder auch allein entdeckte, meine kleine große Welt. An Spielzeug hatte ich „nur“ einen „Lego“-Baukasten und einige „Steif“-Tiere. „Das arme Kind.....“ höre ich jetzt einige denken. Weit gefehlt! Dieser „Mangel“ an „künstlichem“ Spielzeug und die Fülle in meiner natürlichen Umgebung ließen mich alles zum Spielzeug verwandeln, was mir begegnete. Die grenzenlose Kreativität, die sich dadurch entwickeln konnte, sprudelt bis heute nur so aus mir heraus.....

Schule...
Als meine Familie 1961 nach Freiburg in die Stadt umzog und ich dort eingeschult wurde, war ich mit einer praktisch-kreativen Intelligenz ausgestattet, mit der das damalige Schulsystem ziemlich überfordert war und mich bis zum Abitur gelinde gesagt zur „Exotin“ werden ließ......das bin ich wohl auch bis heute geblieben......

Einfach leben...
Meinen Eltern verdanke ich die Naturverbundenheit und die Liebe zum „einfachen Leben“. Wenn wir am Wochenende Ausflüge in die Natur unternahmen, hatten wir jedes Mal ein einfaches Essen dabei, das an einem schönen Platz in der Natur zum Festmahl wurde. Zum Nachtisch pflückten wir im Sommer Beeren in Hülle und Fülle. In den Ferien traf sich oft der ganze Familienclan zum Wandern oder zum „einfach leben-Natur-Picknick“ mit Lagerfeuer, Würstchen und Eintopf irgendwo im Schwarzwald auf einer Bergwiese am Bach oder See. Für uns Kinder war das immer ein großes Festival.

FotoVorgesch

Spielen....
Nach dem Abitur 1974 studierte ich Volkskunde, die Kulturwissenschaft der „einfachen Leute“ und beschäftigte mich mit unseren kulturhistorischen Wurzeln, mit alten Sitten und Bräuchen, mit allem „was Großmutter noch wusste“, ging auf Flohmärkte und sammelte alte Gebrauchsgegenstände, die in meinen Wohngemeinschaften v.a. mit den Kindern zum Einsatz kamen. Unser liebstes Spiel war das “einfache Leben“ im Alltag: Wir kochten zusammen, sägten Holz, machten Feuer in Omas alten Küchenherd oder fegten gemeinsam die Küche....zur Freude der ganzen Gemeinschaft.

Ökologie...
Anfang der 80er Jahre beschäftigten mich Gedanken über die Auswirkungen unserer technisierten Zivilisation. Die apokalyptische Frage tauchte auf, wie ich mich wohl in der Welt zurechtfinden würde bzw. in der Natur überleben, wenn“ alles zusammenbricht“? Ich entwickelte ein tiefes ökologisches Bewusstsein und begann nach natürlichen Rohstoffen für den Alltagsgebrauch zu forschen.
Was ist in der Natur alles essbar?
Was hat Heilwirkung ?
Wie und woraus kann man nützliche Dinge selbst herstellen?
Was kann man wie wiederverwerten?

Gemeinschaft....
In der nächsten Lebensphase beschäftigte ich mich intensiv mit dem Menschen. Ausgehend von einer tiefen Lebenskrise folgten 15 Jahre intensiver Selbst-Erfahrung, Wahrnehmungs-Schulung, Selbstheilung, Spiritualität und therapeutischen Ausbildungen. Im Erleben der allgemein zunehmenden Individualisierung und Vereinzelung stellte sich die Kernfrage:
Was brauchen wir, um wieder zu einer Gemeinschaft zusammenzufinden, die glücklich miteinander leben kann?
Meine Antwort lautet: ein einfaches Leben!

Freizeiten....
Vor 5 Jahren kochte ich zum ersten Mal auf einer erlebnispädagogischen Freizeit. Mein 16-Stundentag war anstrengend und trotzdem war ich am Ende voller Energie. Es war die Freude darüber, wie die Kinder mit Begeisterung in der Küche mitgeholfen haben, begierig waren zu lernen und zu probieren und durch das Mitarbeiten und Erleben des Prozesses beim Kochen auch Dinge gegessen haben, die sie zuhause verweigert hätten. Das Rahmenprogramm der Erlebnispädagogik war weniger mein Fall. Es waren mir zu viele Sensationen, zu aufwendig und zu viel künstlich „Gemachtes“, eine ebensolche Reizüberflutung wie im städtischen Alltag. „Ich würde Vieles ganz anders machen.....“ 3 Jahre später bekam ich die Gelegenheit, mein Konzept des „einfach leben“ in der Ferienfreizeit „Einfach leben wie die Schwarzwald-Indianer“ der Jugendpflege Kirchzarten praktisch auszuprobieren.....mit großem Erfolg! Das war die Geburt der einfach-leben-Schule.



Gudrun Janoschka im Januar 2008
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